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Im Wald neben dem Limesradweg liegen die Reste des Kastells Holzhausen
Im Wald neben dem Limesradweg liegen die Reste des Kastells Holzhausen. Foto: M. Kania
 
 
 
 
Mountainbike- und Wanderstrecke am Limeswall
Mountainbike- und Wanderstrecke am Limeswall. Foto: M. Kania
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Limesrekonstruktion bei der Saalburg
Limesrekonstruktion bei der Saalburg. Foto: M. Kania
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Ausführliche Literatur
Zum Limes unter Literaturtipps
 
 
 
 
 
 
 
Eine umfangreiche Liste mit Museen ist bei den Links zu finden.
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 

 

 

 

Wegweiser in der Nähe des Feldberg-Kastells

Wegweiser in der Nähe des Feldberg-Kastells. Foto: M. Kania

Viele Wege führen zum Limes

Ausflüge in die Römerzeit: Geschichte zum Anfassen

Der Limes in Hessen zieht sich von Holzhausen im westlichen Taunus durch die Wetterau bis hinunter in den Odenwald. Insbesondere im Zuge der Aufnahme des Limes in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes im Juli 2005 wurden und werden allerorten Anstrengungen unternommen, den Menschen in Hessen sowie Touristen aus dem In- und Ausland die Geschichte des Limes näher zu bringen.

Von Martin Kania

„Er wird genent von jederman, Der Polgrab, und zur lincken handt, Reicht er biß in das Hessenlandt, Zur rechten handt biß an den Rhein, das kan ein langer Polgrab sein“; so dichtete einst der deutsche Humanist Erasmus Alberus über den damals mysteriösen, unerforschten Limes, Pfahlgraben genannt.
Das war im 16. Jahrhundert. Heute gibt es unzählige Möglichkeiten, sich vor Ort über die gut erforschte einstige Grenze des römischen Imperiums zu informieren. Ob bequem mit dem Auto, mit dem Rad oder zu Fuß, ob drinnen im Museum oder draußen in der Natur – wer etwas mehr über die Römer und den Limes in Hessen erfahren will, hat die Qual der Wahl:

Limes-Straße und Limes-Radweg
Von Bad Hönningen am Rhein bis hinunter nach Regensburg verläuft die „Deutsche Limes-Straße“. 61 Sehenswürdigkeiten aus der Römerzeit können entlang der Strecke besichtigt werden, etwa Wachtürme, Museen mit römischen Fundstücken oder Kastelle mit Kastellbädern, teils zu archäologischen Parks ausgebaut. Entlang der Limes-Straße zu reisen oder einzelne Sehenswürdigkeiten zu besuchen verbindet Erholung mit Erkenntnisgewinn – und dazu noch bequem mit dem Auto.

Für eher sportliche Geschichtsinteressierte ist der ausgeschilderte Limes-Radweg ein informatives und erquickendes Freizeiterlebnis. Der Radweg verläuft mehr als 800 Kilometer am Limes entlang, ebenfalls von Bad Hönningen bis Regensburg. In Hessen muss sich der Limes-Radler zunächst von Holzhausen aus über die Höhen des Taunus kämpfen; es geht vorbei am archäologischen Park Feldbergkastell bis zur Saalburg, dem weltweit einzigen wieder aufgebauten Römerkastell. Nur ein paar Kilometer weiter gelangt man zum Kastell Kapersburg. Von hier aus geht es auf gut ausgebauten Wegen weiter nach Norden zum Wachturm auf dem Gaulskopf – wer den Spaßfaktor steigern möchte, kann die „normalen“ Wege verlassen und direkt auf dem Limeswall entlang radeln. Auf dieser Strecke müssen einige Bachläufe durchquert werden. Einige Kilometer weiter erreicht man die malerische Wetterau, die Kornkammer Hessens. Auch dort sind einige Sehenswürdigkeiten am Wegesrand, etwa der rekonstruierte Wachturm bei Pohlheim. Von da an geht es einige Kilometer nach Osten, bis der Limes in Richtung Süden abknickt, dem Main bei Hanau entgegen. Am idyllischen Ufer entlang, vorbei an romantischen Städtchen wie Seligenstadt, gelangt man bei Aschaffenburg nach Bayern.
Informationen zu Sehenswürdigkeiten und Routenverlauf von Limes-Straße und Limes-Radweg bietet der Verein Deutsche Limes-Straße.

Per Pedes am Limes
Wer eher dem gemächlichen Wandern zugeneigt ist, findet entlang des Limes zahlreiche gut ausgeschilderte Wanderstrecken unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade. Besonders erwähnenswert ist hier der Limeserlebnispfad Hochtaunus, der aber erst zum Teil eingeweiht ist. Ein 1,8 Kilometer langer, mit Infotafeln bestückter Rundweg an der Saalburg ist bereits fertig gestellt; er führt z. B. an einem nachgebauten Limesübergang mit rekonstruierter Palisade vorbei. Nach seiner Vollendung wird der Limeserlebnispfad Hochtaunus rund 30 Kilometer lang sein – von Glashütten im Taunus bis Langenhain im Wetteraukreis. An 17 Stationen werden Wanderer dann ausführlich mit Schautafeln über Wissenswertes zum Limes informiert.

Ein Dutzend Wanderstrecken zu Sehenswürdigkeiten am Limes sind ausführlich im Buch „Wanderungen am Wetteraulimes“ beschrieben und mit Bildern und Skizzen versehen. Die äußerst präzisen Angaben zum Streckenverlauf machen es dem aufmerksamen Laien möglich, auch z. B. versteckte Wachturmstellen am Wegesrand zu entdecken, an denen er sonst ahnungslos vorbeigelaufen wäre. Zudem beziehen die Wanderstrecken im Buch auch Sehenswürdigkeiten mit ein, die nicht unmittelbar im Zusammenhang mit dem Limes stehen, aber dennoch interessant sind.

Erst im Museum vervollständigt sich das Bild
Wer sich ein vollständiges Bild über die Kultur der Römer und den Limes in Hessen machen will, sollte auch den Weg ins Museum nicht scheuen: Besonders eindrucksvoll sind die unzähligen Fundstücke im Saalburgmuseum. Neben den großen Museen wie etwa das Archäologische Museum in Frankfurt oder das Römisch-Germanische Zentralmuseum in Mainz sind auch die kleineren, regionalen Museen interessant: Sie zeigen zwar weniger Ausstellungstücke, vermitteln dafür aber eine neue Sichtweise auf die Regional- bzw. Heimatgeschichte.

Um den Limes besser in das Licht der Öffentlichkeit zu rücken, arbeiten im Rahmen des „Limesentwicklungsplans Hessen“ mehrere Organisationen, Vereine, Museen sowie einige Privatpersonen Hand in Hand. Sie alle arbeiten dafür, den Limes und die römische Vergangenheit den Menschen näher zu bringen und ihnen damit die Grundlagen der eigenen Geschichte besser zu vermitteln. Dazu werden die gut erhaltenen Überreste römischer Limes-Bauten fachmännisch konserviert oder, wie z. B. das Feldbergkastell, gar als archäologischer Park mit Informationstafeln hergerichtet. Die Rad- und Wanderwege entlang des Limes werden einheitlich beschildert, an besonderen Orten werden ebenfalls Infotafeln aufgestellt. Um das Bodendenkmal Limes so weit wie möglich zu erhalten, sollen beispielsweise auch jene Bäume gefällt werden, die mit ihren Wurzeln die römischen Baureste beschädigen können. Bei längst vergangenen Grabungen zerwühlte Turmstellen sollen ferner wieder zugeschüttet und in den Zustand vor der Grabung zurückversetzt werden.

Der Limes in Hessen: Heimatgeschichte zum Anfassen
Die Region zwischen Rhein, Taunus, Wetterau und Odenwald war über mehrere Jahrhunderte Kontaktzone zwischen Römern und Germanen, zwei vollkommen verschiedenen Kulturkreisen. Ihr Verhältnis in dieser Region war geprägt von Krieg und Frieden, von Ablehnung der jeweils Anderen bis hin zu größter Faszination. Die römisch-germanische Geschichte Hessens ist maßgebend für die weitere Entwicklung Europas und insbesondere Deutschlands.
Sich heute mit dem Limes in Hessen zu beschäftigen, ist daher einerseits ein entspannendes Freizeiterlebnis, andererseits erfährt man dadurch vieles mehr über die eigene Geschichte, die ohne den Limes anders verlaufen wäre.

Wer weiß schon, dass die Römer die „Keimzelle“ Frankfurts gründeten, dass in Mainz das größte Bühnentheater nördlich der Alpen stand, oder gar dass der Donnerstag hierzulande nur Donnerstag heißt, weil sich die Germanen hartnäckig gegen die römischen Eroberer gewehrt haben? So blieb besagter Wochentag dem germanischen Gott Donar (Thor) geweiht, statt dem römischen Gott Jupiter – so wie in Frankreich, wo der Donnerstag nun Jeudi heißt.

 

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