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Viele Wege führen zum Limes Ausflüge in die Römerzeit: Geschichte zum Anfassen Der Limes in Hessen zieht sich von Holzhausen im westlichen Taunus durch die Wetterau bis hinunter in den Odenwald. Insbesondere im Zuge der Aufnahme des Limes in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes im Juli 2005 wurden und werden allerorten Anstrengungen unternommen, den Menschen in Hessen sowie Touristen aus dem In- und Ausland die Geschichte des Limes näher zu bringen. „Er wird genent von jederman, Der Polgrab,
und zur lincken handt, Reicht er biß in das Hessenlandt, Zur rechten
handt biß an den Rhein, das kan ein langer Polgrab sein“;
so dichtete einst der deutsche Humanist Erasmus Alberus über den
damals mysteriösen, unerforschten Limes, Pfahlgraben genannt. Limes-Straße und Limes-Radweg Für eher sportliche Geschichtsinteressierte
ist der ausgeschilderte Limes-Radweg ein informatives und erquickendes
Freizeiterlebnis. Der Radweg verläuft mehr als 800 Kilometer am Limes
entlang, ebenfalls von Bad Hönningen bis Regensburg. In Hessen muss
sich der Limes-Radler zunächst von Holzhausen aus über die Höhen
des Taunus kämpfen; es geht vorbei am archäologischen Park Feldbergkastell
bis zur Saalburg, dem weltweit einzigen wieder aufgebauten Römerkastell.
Nur ein paar Kilometer weiter gelangt man zum Kastell Kapersburg. Von
hier aus geht es auf gut ausgebauten Wegen weiter nach Norden zum Wachturm
auf dem Gaulskopf – wer den Spaßfaktor steigern möchte,
kann die „normalen“ Wege verlassen und direkt auf dem Limeswall
entlang radeln. Auf dieser Strecke müssen einige Bachläufe durchquert
werden. Einige Kilometer weiter erreicht man die malerische Wetterau,
die Kornkammer Hessens. Auch dort sind einige Sehenswürdigkeiten
am Wegesrand, etwa der rekonstruierte Wachturm bei Pohlheim. Von da an
geht es einige Kilometer nach Osten, bis der Limes in Richtung Süden
abknickt, dem Main bei Hanau entgegen. Am idyllischen Ufer entlang, vorbei
an romantischen Städtchen wie Seligenstadt, gelangt man bei Aschaffenburg
nach Bayern. Per Pedes am Limes Ein Dutzend Wanderstrecken zu Sehenswürdigkeiten am Limes sind ausführlich im Buch „Wanderungen am Wetteraulimes“ beschrieben und mit Bildern und Skizzen versehen. Die äußerst präzisen Angaben zum Streckenverlauf machen es dem aufmerksamen Laien möglich, auch z. B. versteckte Wachturmstellen am Wegesrand zu entdecken, an denen er sonst ahnungslos vorbeigelaufen wäre. Zudem beziehen die Wanderstrecken im Buch auch Sehenswürdigkeiten mit ein, die nicht unmittelbar im Zusammenhang mit dem Limes stehen, aber dennoch interessant sind. Erst im Museum vervollständigt
sich das Bild Um den Limes besser in das Licht der Öffentlichkeit zu rücken, arbeiten im Rahmen des „Limesentwicklungsplans Hessen“ mehrere Organisationen, Vereine, Museen sowie einige Privatpersonen Hand in Hand. Sie alle arbeiten dafür, den Limes und die römische Vergangenheit den Menschen näher zu bringen und ihnen damit die Grundlagen der eigenen Geschichte besser zu vermitteln. Dazu werden die gut erhaltenen Überreste römischer Limes-Bauten fachmännisch konserviert oder, wie z. B. das Feldbergkastell, gar als archäologischer Park mit Informationstafeln hergerichtet. Die Rad- und Wanderwege entlang des Limes werden einheitlich beschildert, an besonderen Orten werden ebenfalls Infotafeln aufgestellt. Um das Bodendenkmal Limes so weit wie möglich zu erhalten, sollen beispielsweise auch jene Bäume gefällt werden, die mit ihren Wurzeln die römischen Baureste beschädigen können. Bei längst vergangenen Grabungen zerwühlte Turmstellen sollen ferner wieder zugeschüttet und in den Zustand vor der Grabung zurückversetzt werden. Der Limes in Hessen: Heimatgeschichte
zum Anfassen Wer weiß schon, dass die Römer die „Keimzelle“ Frankfurts gründeten, dass in Mainz das größte Bühnentheater nördlich der Alpen stand, oder gar dass der Donnerstag hierzulande nur Donnerstag heißt, weil sich die Germanen hartnäckig gegen die römischen Eroberer gewehrt haben? So blieb besagter Wochentag dem germanischen Gott Donar (Thor) geweiht, statt dem römischen Gott Jupiter – so wie in Frankreich, wo der Donnerstag nun Jeudi heißt.
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