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Krieger und Bauern östlich des Rheins Das Leben in Germanien vor 2000 Jahren Mit den Römern kommt der pure Luxus nach Germanien. Gemauerte Häuser, beheizte Bäder und eine aufwändige Wasserversorgung sorgen für ein relativ angenehmes Leben. Doch die Germanen wollen ihre archaischen Lebensumstände nicht aufgeben – und schon gar nicht ihre Freiheit. Das Leben in „Germania Magna“, wie die Römer es nennen, ist rau. Die Menschen haben eine Lebenserwartung von 30 bis 35 Jahren, wenn nicht die hohe Kindersterblichkeit oder eine Fehde mit einem Nachbarstamm für ein vorzeitiges Ende sorgt. Sie sind zumeist Bauern, und leben von Feldarbeit und Viehhaltung. Doch auch das Kriegshandwerk ist ihnen mehr als vertraut: die Waffe wird laut dem römischen Historiker Tacitus niemals abgelegt, in längeren Friedenszeiten verdingen sich jüngere Männer gern als Söldner bei kriegführenden Stämmen, und überhaupt „gilt es sogar als träge und schlaff, sich mit Schweiß zu erarbeiten, was man mit Blut erringen kann“. Die Jagd ist aufwändig, und bleibt daher wenigen vorbehalten. Fleisch kommt dem Otto-Normal-Germanen wohl eher selten auf den Tisch; zu wertvoll sind seine wenigen Tiere für ihn, als dass er sie einfach aufessen könnte. Das Hauptnahrungsmittel ist Getreide, welches mit Mahlsteinen gemahlen wird. Der Abrieb der Mahlsteine wirkt auf die Zähne wie Schleifpapier, und gibt dem Essen eine „spezielle“ Note. Aber der Getreidebrei ist äußerst nahrhaft, und wird zudem ergänzt durch gesammeltes Obst, Nüsse, Pilze, Kräuter und Fisch. Man trinkt Wasser, Milch und auch Bier – oder zumindest einen Vorläufer des heutigen Bieres. Der alkoholhaltige Getreidesud ist sehr nahrhaft und hilft sogar gegen verschiedene Krankheiten. Selbst Kinder bekommen also Bier zu trinken. Lustige Zeiten in einem harten Leben Trotzdem ist das Bauerndasein ein hartes Los. Große Sümpfe und dichter Urwald machen es nicht leicht, überhaupt ein Feld anzulegen. Wer jemals einen Baumstumpf mit bloßen Händen und einer Schaufel ausgegraben hat, wird sich leicht vorstellen können, was für ein gewaltiger Kraftakt erforderlich ist, um allein ein paar Quadratmeter Wald urbar zu machen. Dazu kommt noch, dass die Germanen über eher primitives Werkzeug verfügen, so dass von einer Rodung möglichst abgesehen wird. Der Feldherr Cäsar zeigt sich beeindruckt, wenn er über den Herkynischen Wald schreibt, der vom Schwarzwald bis in die Karpaten reicht: „Im hiesigen Germanien gibt es niemanden, der behaupten könnte, er sei bis ans Ende dieses Waldes gekommen (...), oder der auch nur vernommen, wo dieser Wald endet.“ Tacitus bezeichnet Germanien gar als „durch seine Wälder unheimlich, durch seine Sümpfe abstoßend.“ Entsprechend begehrt sind bei den germanischen Bauern natürlich Gebiete, in denen sich freie Flächen mit Wald abwechseln – als Rohstofflieferant ist der Wald in der Nachbarschaft zum Dorf gern gesehen. Naturverbundenes Wohnen Die damalige Kleidung ist derbe und funktionell.
Leder, Felle und Leinen oder Schafswolle werden zu Kleidungsstücken
vernäht, die den harten und schwankenden Wetterbedingungen Germaniens
trotzen können. Das Klima macht zudem einen relativ großen
Erfindungsreichtum notwendig: neben dem obligatorischen Umhang gibt es
unter anderem Schals, Kniebundhosen, Mäntel, kurze Hosen, verschiedene
Schuhmodelle, bodenlange Hemdkleider und sogar den Minirock. Außerdem
kommen die Germanen für die Erfindung der Strumpfhose in Betracht,
eine Mode, die speziell den Römern mit ihren beinfreien Umhängen
seltsam erscheint. In den germanischen Wintern und bei der Arbeit bietet
sie jedoch immense Vorteile. „Dem Untergang geweiht“ Neben unzähligen Göttern, die jeweils nur für bestimmte Stämme relevant sind, werden vier Hauptgötter über die Stammesgrenzen hinaus anerkannt: der Göttervater Wodan, der Gewittergott Donar, der Himmelsrichter und Kriegsgott Ziu und schließlich die mütterlich-ehebeschützende Frija. Besonders Donar steht bei den Bauern in hohem Ansehen, da der Donner, den er verursacht, stets Regen nach sich zieht. Der Donnerstag ist ihm gewidmet, und viele „Donnersberge“ weisen auch in heutiger Zeit noch auf die Popularität dieses Gottes hin. Kultgebäude gibt es bei den Germanen nicht, denn sie wollen ihre Götter „nicht in Wände einschließen“ (Tacitus). Stattdessen weihen sie den Göttern Lichtungen, Bäume und Haine, wo die religiösen Handlungen vollzogen werden. Eine heilige Eiche sollte dann auch während der Christianisierung Germaniens zum Sinnbild für den allmählichen Niedergang der germanischen Religion werden: im Jahr 723 fällt ein Mönch namens Bonifatius bei Kassel die „Donarseiche“ – zum Beweis der Ohnmacht der germanischen Götter. Weiter mit: Ehrfurcht und Abneigung
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