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Das Imperium rüstet auf Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser Um die Grenze zum freien Germanien gut überwachen zu können, werden entlang des Limes rund 120 militärische Stützpunkte gebaut – die Kastelle. 49 davon entstehen in Hessen. Die Größe der Kastelle in Hessen variiert beträchtlich. In unzugänglichen Mittelgebirgen wie dem Taunus und dem Odenwald sind verhältnismäßig wenig Angriffe von germanischen Stämmen zu erwarten, daher werden dort größtenteils kleinere Numerus-Kastelle gebaut, die 150 Mann Platz bieten. In offenem Gelände oder in der Nähe von Fernstraßen, die ins freie Germanien führen, ist die Lage anders: hier beherbergen die Kohorten-Kastelle 500 bis 1000 Soldaten auf einer Fläche von bis zu zwölf Fußballfeldern. Dem Kaiserkult geweiht Die restliche Fläche des Kastells wird zu einem großen Teil von den Mannschaftsbaracken belegt. Die bis zu 70 Meter langen Gebäude bieten Platz für zehn Wohnstuben, in denen je acht Mann wohnen. In den Räumen gibt es einen Kamin, der nicht nur als Heizung, sondern auch als Kochstelle dient. Vorgelagerte Räume dienen als Lager für Ausrüstung und Kleidung. Zu diesen Schlaf- und Wohnquartieren gesellen sich schließlich noch Sanitäranlagen, ein Getreidespeicher, in größeren Kastellen ein Lazarett und auch einige Werkstätten, denn in den Auxiliareinheiten gibt es eine Menge Handwerker wie Schmiede, Schreiner, Schuster und andere, die eine gewisse Selbstversorgung der Truppe ermöglichen. Das Kastell als attraktiver Nachbar In größeren Kastelldörfern gibt es Hotels mit Schlafmöglichkeiten für Gäste des Kastellkommandanten und einen eigenen Marktplatz. An einigen Orten finden sich sogar kleine Amphitheater – ein beliebter Zeitvertreib, nicht nur beim Militär. Um die Moral der Truppe aufrecht zu erhalten, wird jedem Soldaten außerdem das Recht auf ein beheiztes Badehaus garantiert. So findet sich in der Nähe eines jeden Kastells, und sei es auch noch so klein, eine Therme, in der sich die Soldaten säubern und entspannen können. Meist werden diese Thermen auf einer sonnigen Stelle zwischen Kastell und Dorf gebaut, wie im Falle der Saalburg. In der Tat ist es nicht unbedingt von Nachteil, Soldat in römischen Diensten zu sein. Neben sicherem Gehalt und guter Verpflegung winkt das römische Bürgerrecht, welches die Soldaten nach 25 Jahren Dienstzeit erhalten. Daher ist es nicht verwunderlich, dass die Truppen am Limes ausschließlich aus angeworbenen Männern aus den römisch besetzten Gebieten bestehen. Während des Niedergangs des Limes und der Kastelle ist die Zusammensetzung der Truppen jedoch nicht unbedingt ein Garant großer Verteidigungskraft. Die einheimischen Soldaten können sich besseres vorstellen, als von ihren vorwärtsdrängenden Landsmännern den Schädel eingeschlagen zu kriegen. Viele Kastelle werden deshalb gar nicht erst groß verteidigt, sondern kampflos aufgegeben und verlassen. Weiter mit: Wirtschaftsboom in Germania Superior
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