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Foto: Wikimedia Commons

 

Römer und Germanen in Hessen:

eine kleine Chronik


120 v. Chr.
In Norddeutschland begeben sich die Stämme der Kimbern und Teutonen auf Völkerwanderung. Die Römer halten sie noch für Kelten.

113 - 101 v. Chr.
Kimbern, Teutonen und andere Stämme ziehen durch den Alpenraum; mehrere Schlachten mit Roms Legionen enden mit vielen zehntausend Toten auf beiden Seiten.

80 v. Chr.
In einer seiner Schriften erwähnt der griechische Historiker Poseidonis als erster die „Germanoi“, und äußert sich abfällig über die Essgewohnheiten der Menschen aus dem Norden.

73 - 71 v. Chr.
Versklavte Kimbern und Teutonen bilden eigene Kampfgruppen im Sklavenaufstand unter der Führung des Spartakus.

58 - 51 v. Chr.
Caesar erobert Gallien; der Rhein ist Grenze des Imperiums. Die keltische Kultur breitet sich nicht weiter in Europa aus.

12 v. Chr.
Der römische Heerführer Drusus zieht gegen germanische Stämme in den Krieg, um deren häufige Raubzüge in Gallien zu unterbinden.

11 v. Chr.
Drusus lässt zwei Militärstützpunkte am östlichen Rheinufer anlegen, einen im Gebiet der Chatten. Diese wechseln kurz danach die Fronten und werden fortan Roms hartnäckigster Gegner.

15 - 10 v. Chr.
Mainz (Mogontiacum) wird in diesem Zeitraum gegründet.

10 - 9 v. Chr.
Feldzüge des Drusus durch Rhein-Main-Gebiet und Wetterau gegen die Chatten in Nordhessen und weiter bis zur Elbe. Das Versorgungslager in Rödgen bei Bad Nauheim entsteht. Drusus stürzt im Jahr 9 v. Chr. vom Pferd und stirbt bald darauf. Sein Bruder Tiberius übernimmt das Kommando über die Rheinarmee.

8 - 7 v. Chr.
Tiberius schließt Verträge mit germanischen Stämmen, das Ziel der Absicherung Galliens scheint erreicht. Alle Lager östlich des Rheins werden aufgegeben, auch das Lager in Rödgen.

1 nach Chr.
Ein „gewaltiger Krieg“ bricht in Germanien los, zahlreiche Stämme erheben sich.

4 nach Chr.
Tiberius, der zwischenzeitlich andernorts im Einsatz war, übernimmt wieder das Kommando am Rhein und kann die Aufstände niederschlagen.

5
Tiberius unterwirft Germanien, wo es nichts mehr gab, „was man hätte besiegen können, außer dem Stamm der Markomannen“.

6
Tiberius zieht mit zwei Heerzügen gegen das Markomannenreich König Marbods in Böhmen; ein Aufstand in Pannonien und Dalmatien (heute Ungarn) zwingt ihn, dort für Ruhe zu sorgen. Marbod schließt einen Friedensvertrag mit Rom.

9
Varusschlacht im Teutoburger Wald in der Nähe des heutigen Ortes Kalkriese; Rom verliert drei Legionen mit rund 20.000 Soldaten, das ist etwa ein Zehntel aller Soldaten Roms.

10 - 12
Tiberius übernimmt wieder das Kommando am Rhein und verstärkt die drei Legionen auf acht.

13
Germanicus erhält das Kommando über die Rheinarmee.

14
Kaiser Augustus stirbt, Tiberius wird sein Nachfolger; noch gilt offiziell das Ziel, Germanien bis zur Elbe zur Provinz zu machen.

15 - 16
Germanicus zieht mehrmals gegen Chatten und andere Germanen in den Krieg, teils mit mehr als 30.000 Soldaten. Neues Ziel laut Tacitus: Rache für die Niederlage des Varus statt Annektierung Germaniens. Am Ende des Jahres 16 wird Germanicus nach Rom berufen, damit ist der Krieg um Germanien vorbei.

17
Verzicht auf die Provinz Germania.

18 - 41
Cherusker und Markomannen bekriegen sich untereinander, das Markomannenreich zerfällt, die Cherusker verlieren an Bedeutung nachdem ihr Anführer Armininius ermordet wird. Die Chatten übernehmen die Führungsrolle unter den germanischen Stämmen.
Es bleibt relativ ruhig am Rhein; Römer gründen den Brückenkopf von Mainz-Kastel bis Wiesbaden und Hofheim.

42 - 50
Kämpfe zwischen einfallenden Chatten und zurückschlagenden Römern, entscheidender Sieg Roms im Jahr 50; Friedensverträge bringen Ruhe für rund 20 Jahre.

68
Aufstand gegen Kaiser Nero.

69
Bürgerkrieg und Vierkaiserjahr in Rom; Rheinarmee ruft Heerführer Vitellius zum Kaiser aus und begleitet ihn mit vielen Soldaten nach Rom. Die Rheingrenze ist bedeutend geschwächt. Darauf folgt der Bataveraufstand am Niederrhein, das Kastell Xanten fällt. Chatten erobern den Brückenkopf um Wiesbaden und brennen alles nieder. Der Aufstand reißt andere Stämme mit, ihr Ziel ist die Gründung eines gallischen Sonderreiches. Der römische Widerstand bricht zusammen.

70
Ende des Bürgerkriegs in Rom, der neue Kaiser Vespasian schlägt den Aufstand nieder. Die Wetterau, der Frankfurter Raum, die Gegend südlich des Mains und das Gebiet bis zum Schwarzwald werden besetzt.

83 - 88
Chattenkrieg Kaiser Domitians. Erste Schneisen werden in die Wälder geschlagen, die Anfänge des Limes.

88 - 89
Saturniusaufstand; die Chatten greifen das Grenzgebiet am Limes an. Danach beschleunigter Aufbau des Limes.

98
Der römische Historiker Publius Cornelius Tacitus veröffentlicht die Germania – eine in der antiken römischen und griechischen Literatur einzigartige Abhandlung über Roms Feinde im Norden.

98 - 117
Der Limes wird fertig gestellt und erste Civitates werden gegründet. Die Provinz blüht auf. In der Mitte des 2. Jh. wird der Odenwaldlimes von Miltenberg bis Lorch vorverlegt. Kleinere Chattenangriffe können abgewehrt werden.

213
Kaiser Caracalla zieht gegen die Alamannen in den Krieg.

233 - 259
Alamannen greifen das Grenzgebiet am Limes an. Rom schlägt erfolgreich zurück, doch der Bevölkerungsdruck auf die Grenzen steigt kontinuierlich. Währungsinflation im Imperium.

259 - 260
Räumung des obergermanischen Limes: Auch Kastelle im Taunus und in der Wetterau stehen leer, der Rhein wird wieder Grenze. Germanen besiedeln langsam die geräumten Landstriche; die römischen Bauten verfallen, da sie an Plätzen stehen, die für die Germanen wenig vorteilhaft sind.

306 - 337
Rom lässt die Rheingrenze befestigen und besetzt den Brückenkopf bei Wiesbaden wieder. Im Odenwald werden Steinbrüche betrieben.

350 - 353
Bürgerkrieg: Roms Legionen bekriegen sich untereinander, es gibt große Verluste. Alamannen erobern das Gebiet um Wiesbaden und fallen tief in Gallien ein.

355 - 375
Rom kann die Rheingrenze wieder stabilisieren und unternimmt Feldzüge gegen die Alamannen jenseits des Rheins. Überfall des Germanenhäuptlings Rando auf Mainz.

378
Letzter überlieferter Feldzug gegen die Alamannen.

406
In der Sylvesternacht überschreiten Alanen, Sueben und Vandalen den Rhein, zerstören Mainz und ziehen plündernd durch Gallien. Etwa zu diesem Zeitpunkt endet die römische Präsenz im hessischen Raum.

 

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