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Römer und Germanen in Hessen:
eine kleine Chronik
120 v. Chr.
In Norddeutschland begeben sich die Stämme
der Kimbern und Teutonen auf Völkerwanderung. Die Römer halten
sie noch für Kelten.
113 - 101 v. Chr.
Kimbern, Teutonen und andere Stämme
ziehen durch den Alpenraum; mehrere Schlachten mit Roms Legionen enden
mit vielen zehntausend Toten auf beiden Seiten.
80 v. Chr.
In einer seiner Schriften erwähnt der
griechische Historiker Poseidonis als erster die „Germanoi“,
und äußert sich abfällig über die Essgewohnheiten
der Menschen aus dem Norden.
73 - 71 v. Chr.
Versklavte Kimbern und Teutonen bilden eigene
Kampfgruppen im Sklavenaufstand unter der Führung des Spartakus.
58 - 51 v. Chr.
Caesar erobert Gallien; der Rhein ist Grenze
des Imperiums. Die keltische Kultur breitet sich nicht weiter in Europa
aus.
12 v. Chr.
Der römische Heerführer Drusus
zieht gegen germanische Stämme in den Krieg, um deren häufige
Raubzüge in Gallien zu unterbinden.
11 v. Chr.
Drusus lässt zwei Militärstützpunkte
am östlichen Rheinufer anlegen, einen im Gebiet der Chatten. Diese
wechseln kurz danach die Fronten und werden fortan Roms hartnäckigster
Gegner.
15 - 10 v. Chr.
Mainz (Mogontiacum) wird in diesem Zeitraum
gegründet.
10 - 9 v. Chr.
Feldzüge des Drusus durch Rhein-Main-Gebiet
und Wetterau gegen die Chatten in Nordhessen und weiter bis zur Elbe.
Das Versorgungslager in Rödgen bei Bad Nauheim entsteht. Drusus stürzt
im Jahr 9 v. Chr. vom Pferd und stirbt bald darauf. Sein Bruder Tiberius
übernimmt das Kommando über die Rheinarmee.
8 - 7 v. Chr.
Tiberius schließt Verträge mit
germanischen Stämmen, das Ziel der Absicherung Galliens scheint erreicht.
Alle Lager östlich des Rheins werden aufgegeben, auch das Lager in
Rödgen.
1 nach Chr.
Ein „gewaltiger Krieg“ bricht
in Germanien los, zahlreiche Stämme erheben sich.
4 nach Chr.
Tiberius, der zwischenzeitlich andernorts
im Einsatz war, übernimmt wieder das Kommando am Rhein und kann die
Aufstände niederschlagen.
5
Tiberius unterwirft Germanien, wo es nichts
mehr gab, „was man hätte besiegen können, außer
dem Stamm der Markomannen“.
6
Tiberius zieht mit zwei Heerzügen gegen
das Markomannenreich König Marbods in Böhmen; ein Aufstand in
Pannonien und Dalmatien (heute Ungarn) zwingt ihn, dort für Ruhe
zu sorgen. Marbod schließt einen Friedensvertrag mit Rom.
9
Varusschlacht im Teutoburger Wald in der
Nähe des heutigen Ortes Kalkriese; Rom verliert drei Legionen mit
rund 20.000 Soldaten, das ist etwa ein Zehntel aller Soldaten Roms.
10 - 12
Tiberius übernimmt wieder das Kommando
am Rhein und verstärkt die drei Legionen auf acht.
13
Germanicus erhält das Kommando über
die Rheinarmee.
14
Kaiser Augustus stirbt, Tiberius wird sein
Nachfolger; noch gilt offiziell das Ziel, Germanien bis zur Elbe zur Provinz
zu machen.
15 - 16
Germanicus zieht mehrmals gegen Chatten und
andere Germanen in den Krieg, teils mit mehr als 30.000 Soldaten. Neues
Ziel laut Tacitus: Rache für die Niederlage des Varus statt Annektierung
Germaniens. Am Ende des Jahres 16 wird Germanicus nach Rom berufen, damit
ist der Krieg um Germanien vorbei.
17
Verzicht auf die Provinz Germania.
18 - 41
Cherusker und Markomannen bekriegen sich
untereinander, das Markomannenreich zerfällt, die Cherusker verlieren
an Bedeutung nachdem ihr Anführer Armininius ermordet wird. Die Chatten
übernehmen die Führungsrolle unter den germanischen Stämmen.
Es bleibt relativ ruhig am Rhein; Römer gründen den Brückenkopf
von Mainz-Kastel bis Wiesbaden und Hofheim.
42 - 50
Kämpfe zwischen einfallenden Chatten
und zurückschlagenden Römern, entscheidender Sieg Roms im Jahr
50; Friedensverträge bringen Ruhe für rund 20 Jahre.
68
Aufstand gegen Kaiser Nero.
69
Bürgerkrieg und Vierkaiserjahr in Rom;
Rheinarmee ruft Heerführer Vitellius zum Kaiser aus und begleitet
ihn mit vielen Soldaten nach Rom. Die Rheingrenze ist bedeutend geschwächt.
Darauf folgt der Bataveraufstand am Niederrhein, das Kastell Xanten fällt.
Chatten erobern den Brückenkopf um Wiesbaden und brennen alles nieder.
Der Aufstand reißt andere Stämme mit, ihr Ziel ist die Gründung
eines gallischen Sonderreiches. Der römische Widerstand bricht zusammen.
70
Ende des Bürgerkriegs in Rom, der neue
Kaiser Vespasian schlägt den Aufstand nieder. Die Wetterau, der Frankfurter
Raum, die Gegend südlich des Mains und das Gebiet bis zum Schwarzwald
werden besetzt.
83 - 88
Chattenkrieg Kaiser Domitians. Erste Schneisen
werden in die Wälder geschlagen, die Anfänge des Limes.
88 - 89
Saturniusaufstand; die Chatten greifen das
Grenzgebiet am Limes an. Danach beschleunigter Aufbau des Limes.
98
Der römische Historiker Publius Cornelius
Tacitus veröffentlicht die Germania – eine in der antiken römischen
und griechischen Literatur einzigartige Abhandlung über Roms Feinde
im Norden.
98 - 117
Der Limes wird fertig gestellt und erste
Civitates werden gegründet. Die Provinz blüht auf. In der Mitte
des 2. Jh. wird der Odenwaldlimes von Miltenberg bis Lorch vorverlegt.
Kleinere Chattenangriffe können abgewehrt werden.
213
Kaiser Caracalla zieht gegen die Alamannen
in den Krieg.
233 - 259
Alamannen greifen das Grenzgebiet am Limes
an. Rom schlägt erfolgreich zurück, doch der Bevölkerungsdruck
auf die Grenzen steigt kontinuierlich. Währungsinflation im Imperium.
259 - 260
Räumung des obergermanischen Limes:
Auch Kastelle im Taunus und in der Wetterau stehen leer, der Rhein wird
wieder Grenze. Germanen besiedeln langsam die geräumten Landstriche;
die römischen Bauten verfallen, da sie an Plätzen stehen, die
für die Germanen wenig vorteilhaft sind.
306 - 337
Rom lässt die Rheingrenze befestigen
und besetzt den Brückenkopf bei Wiesbaden wieder. Im Odenwald werden
Steinbrüche betrieben.
350 - 353
Bürgerkrieg: Roms Legionen bekriegen
sich untereinander, es gibt große Verluste. Alamannen erobern das
Gebiet um Wiesbaden und fallen tief in Gallien ein.
355 - 375
Rom kann die Rheingrenze wieder stabilisieren
und unternimmt Feldzüge gegen die Alamannen jenseits des Rheins.
Überfall des Germanenhäuptlings Rando auf Mainz.
378
Letzter überlieferter Feldzug gegen
die Alamannen.
406
In der Sylvesternacht überschreiten
Alanen, Sueben und Vandalen den Rhein, zerstören Mainz und ziehen
plündernd durch Gallien. Etwa zu diesem Zeitpunkt endet die römische
Präsenz im hessischen Raum.
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